Aspendos liegt westlich in der Nähe des Flusses Köprü (dem antiken Eurymedon) an bzw. auf einigen bis zu 50 Meter hohen Hügeln. Auf dem Hügel, an den sich das Theater lehnt, lag die unbefestigte Unterstadt. Dahinter liegt der Hügel der befestigten Oberstadt. Nördlich befindet sich zwischen Aspendos-Stadt und den Ausläufern des Taurusgebirges eine etwa 3 km weite Ebene, die von einem Aquädukt zur Wasserversorgung durchschnitten wird.

Etwa 300 Meter nördlich von der heutigen Straßenbrücke über den Fluss Köprü liegt die alte von den Römern erbaute und von den Seldschuken erneuerte Brücke.

Die Gründung von Aspendos vermutet man kurz nach dem Ende der trojanischen Kriege. Aspendos war ein Seehafen, denn der in der Nähe fließenden Fluß Köprü (Eurymedon) war zu damaliger Zeit noch schiffbar. Pferde, Wein, Öl, Salz und Getreide gehörte zu den Handelsgütern der Stadt und verhalfen ihr rasch zu Wohlstand. Insbesonders die Pferdezucht von Aspendos genoß einen sehr guten Ruf.

Schon im 5. Jh. v. Chr. begann man in Aspendos mit Prägung eigener Münzen und neben Sillyon, Perge und Side gehörte Aspendos zu den wichtigsten Städten des alten Pamphylien.

Auch nach dem der Fluß verlandete und Aspendos somit ohne eigenen Hafen war, konnte die Stadt ihren Wohlstand halten, denn sie lag an der wichtigsten Handelsstraße von Side überAntalya bis in die Gebiete des Mäandertales an der Ägäis. Noch in byzantinischer Zeit galt Aspendos als wichtige Stadt; im Osmanischen Reich verlor sie allerdings rasch an Bedeutung. Im 18. Jh. wurde die durch Erdbeben immer mehr beschädigte Stadt endgültig verlassen.

In Aspendos ist das römische Theater das beeindruckenste Gebäude überhaupt. Es ist das wohl am besten erhaltene Theater weltweit.

Erbaut wurde es im 2. Jh. n. Chr. und war ein Geschenk an die Stadt. Der gute Zustand des Theaters ist der Tatsache zu verdanken ist, dass es in späteren Zeiten durch die Seldschuken als Karawanserei und zeitweise sogar als Palast genutzt und somit kontinuierlich Reparaturen unterzogen wurde. Auch der außen an der Bühnenwand nachträglich angebrachte Eingangsvorbau stammt aus der Seldschukenzeit und verdeckt leider teilweise eine eingemeißelte Inschrift, die auf die Erbauer und Spender hinweist. In das Theater gelangt man über einen normalen Zuschauereingang an der rechten Seite. Durch einen Gewölbegang betritt man dann das Theater, steht vor der noch in voller Höhe erhaltenen Bühnenwand und blickt in die für etwa 20000 Zuschauer konstruierte Cavea. Die Cavea ist durch ein Diazoma in einen unteren und oberen Bereich unterteilt und der obere Teil wird dabei durch eine Gewölbekonstruktion unterstützt. Oben wird die Cavea durch eine Arkadenkonstruktion abgeschlossen, die allerdings in der aktuellen Form, weil teilweise in Ziegelbauweise ausgeführt, aus einer späteren Zeit stammen muß. Beachtenswert sind auch die ungewöhnlich niedrigen, gewölbeförmigen Zuschauereingänge links und rechts der Orchestra. Sie sind für die damalige Bauweise so ungewöhnlich niedrig, dass vermutet werden kann, dass der originale Orchesterboden bis zu 2 Meter tiefer gelegen haben muß, als man ihn heute vorfindet. Für viele Besucher ist damit leider der Besuch von Aspendos beendet, womit diesen allerdings die anderen, nicht minder interessanten Bauwerke von Aspendos entgehen.

Zunächst sei da das Aquädukt genannt, welches eine absolute Meisterleistung in Architektur und Wasserbau darstellt. Es diente der kontinuierlichen Wasserversorgung und führt, von den Bergen kommend, über eine etwa 3 Kilometer große Ebene, aus nord-westlicher Richtung in die Stadt. Allerdings wurde um Höhe, und damit Zeit, Material und Geld zu sparen, die Ebene nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren überwunden. Die beiden Drucktürme und natürlich die Reste der dazwischen liegenden Druckleitung sind Zeugen dieser Meisterleistung.

In der Nähe des Aquädukts befindet sich auch das von den drei Stadttoren Aspendos' best erhaltenste. In der Mitte der Hügelebene befindet sich das alte Stadtzentrum mit der Agora und den darum liegenden wichtigen öffentlichen Gebäuden, die der Verwaltung oder dem Handel gedient haben. Zunächst liegt östlich der Agora eine nahezu 100 Meter lange Basilika , die dem Handel diente. Von dieser Basilika existieren heute allerdings nur noch die Fundamente, die teilweise gewölbeförmig auch größere Löcher bzw. Gräben überwinden und der fast quadratische Eingangsbereich, dessen Außenwände zwar stark mit Ziegelwerk repariert aber noch bis zu einer Höhe von 15 Metern erhalten sind.

Westlich der Agora liegt eine lange Markthalle, die eine ganze Reihe von Geschäften, teils zweistöckig, mit Lagerräumen enthielt. Vorgebaut war eine ca. 6 Meter breite Stoa, von der zwar keine einzige Säule aber doch deren Fundamente gefunden werden können. Nördlich der Agora liegt eine einzelne freistehende Fassadenwand , die fast vollständig in ihrer Höhe von etwa 15 Metern erhalten ist. Obwohl die eigentlich nötigen speziellen Einrichtungen fehlen, wird vermutet, dass dies hier das prächtige Nymphäum der Stadt ist. Mit Reliefs und Statuen aus Marmor verziert, stellte dieser vom Aquädukt gespeiste Brunnen die zentrale Stelle der Stadt dar. Der Zweck des Gebäudes mit der halbrunden Aussenwand an der Ostseite ist nicht eindeutig bekannt. Obwohl bis jetzt z.B. keine Überreste von Sitzgelegenheiten gefunden wurde, wird vermutet, dass es ein kleines überdachtes Theater oder Odeon sein könnte. Es wird auch vermutet, dass es sich um eine Art Gerichtsgebäude handelt. Nähere Erkenntnisse werden wohl den zukünftig geplanten Ausgrabungen vorbehalten bleiben.

Östlich des Stadt-Hügels und nördlich des Theaters befinden sich die Reste des Stadions. Allerdings befindet sich das Gebäude in sehr schlechtem Zustand. Die östliche Tribünenreihe ist ähnlich wie in Perge auf einer Gewölbekonstruktion aufgebaut, die Lagerräume und/oder weitere Geschäfte enthalten haben könnte.

Nördlich des Theaters befindet sich ein einzelner großer Felsblock, in den ein Grab geschlagen wurde.

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